Peter Kruse über den Schmerz des Übergangs (oder Changemanagement)
Von Patrick Fritz, am 18. November 2008
“Das Problem mit Benchmarking ist das Vergleichen von Äpfeln und Birnen.”
So, oder zumindest so ähnlich, lautete die (vertrauliche) Aussage eines mir bekannten Benchmarking-Experten. Man mag über Benchmarking sagen was man will, mir gefällt der grundsätzliche Gedanke nach überlegenen Unternehmen, Produkten oder Prozessen zu suchen.
Das daran anschließende “lernen von best practices” ist ein gemeinhin gefährliches Spiel. Gerade in der Erfolgsfaktorenforschung (Warum sind manche Unternehmen erfolgreicher als andere?) hat sich gezeigt, das Erfolgsfaktoren keine mehr sind sobald sie erkannt und veröffentlicht werden. Schließlich können diese Erfolgsfaktoren imitiert/kopiert werden und bieten somit kein Potential zur Differenzierung von Konkurrenz.
Auf der anderen Seite können “best practices” zur Orientierung dienen und sinnvolle Entwicklungsrichtungen aufzeigen. Deshalb habe ich das wichtigsten Punkte in einer Präsentation zum Benchmarking zusammengefasst:
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Vor kurzem war ich auf der (intensiven) Suche nach einem geeigneten SCRUM-Referenten für einen Workshop im Rahmen des aktuellen Arbeitskreises. Bei meiner Recherche ist mir der Blog von Peter Stevens aufgefallen. Er veranstaltet regelmäßig ein so genanntes “Scrum Breakfast” in Zürich, zudem Experten eingeladen werden zu aktuellen Themen aus der agilen Welt Stellung zu nehmen.
Beim letzten Breakfast referierte Daniel Tobler von Zühlke zur Frage: “Are there software projects to which agile processes do not apply?“. Sein überraschendes Fazit, agile Vorgehensmodelle sind nur in zwei Fällen nicht anwendbar:
Ich kann euch nur empfehlen seine Präsentation “Agile vs plandriven SW Processes” (in Form einer MindMap) sehr genau anzusehen, da stecken wirklich viele wertvolle Erfahrungen drin!
Jörg Geiger von Chip.de hat Software-Tipps für erfolgreiche Projekte gegeben. Er unterscheidet dabei in die drei Kategorien:
Für kleine Projekte, bei denen lediglich wenige Aufgaben und Termine geplant werden müssen, empfiehlt Geiger PIM-Programme wie Outlook oder Google Kalender. Ich würde in diesem Fall vermeiden von (kleinen) Projekten zu sprechen, das schreit ja förmlich nach Projektitis. Nicht jede Aufgabe ist gleich ein Projekt! Der Planungsaufwand muss schließlich Nutzen mit sich bringen!
Bei den Einzelplatz-Lösungen werden folgende Empfehlungen ausgesprochen:
Für Web-basierte Systeme sieht Geiger folgende Lösungen:
Bei Echtzeitsystemen für mehrere Nutzer bieten sich folgende Programme an:
Ich nehme für mich aus dem Test bzw. der Vorstellung von Jörg Geiger mit das er sich zu keiner Empfehlung durchringen kann (kann ich gut verstehen). Zumindest schränkt er die Auswahl an möglicher PM-Software ein klein wenig ein.
Interessant finde ich die gewählten Kategorien, wobei ich mir sicher bin, dass Einzelplatzlösungen zunehmend durch Web-basierte Systeme verdrängt werden. Warum ich mir dabei so sicher bin? Weil es bei Projektmanagement immer um die Zusammenarbeit bzw. Abstimmung im Projektteam geht und dabei werden Web-Tools immer besser (als Einzelplatzlösungen)!
Weitere Ressourcen:
Hat jemand von euch schon mal Google Insights for Search probiert?
With Google Insights for Search, you can compare search volume patterns across specific regions, categories, and time frames.
Hört sich nicht weltbewegend an, ABER eigentlich ist es das BESTE Marktforschungsinstrument seit langem. Hier einige meiner “Erkenntnisse”:
UPDATE:
Stefan vermutet hinter den weniger werdenden Suchanfragen zum Projektmanagement die zunehmende Reiz- und Informationsüberflutung. Vielleicht verhält es sich aber auch im Internet wie im “realen” Leben mit reifen Märkten und den folgenden Konzentrationserscheinungen. Sprich je reifer ein Thema, desto mehr zentrale Portale, Blogs, Foren, Wikis, usw. entstehen. Die Nachfrager steuern in der Folge direkt auf die zentralen Seiten per Link, RSS, Newsletter, usw. und suchen/googeln nicht mehr danach.
Jahooda - Die Plattform für Projekt- und Prozessmanagement, wird im Rahmen eines INTERREG-Projektes gemeinsam mit den Projektpartnern Universität St. Gallen, Hochschule Liechtenstein / KMU-Zentrum und der Hochschule Kempten, betrieben. Damit nicht nur die Organisationen sichtbar werden, möchte ich euch in der kommenden Zeit die einzelnen Personen vorstellen die hinter dem Projekt stehen. Den Anfang macht Michael Pock vom KMU-Zentrum Liechtenstein:
Michael Pock, Mag.
Projektleiter Wissens- und Technologietransfer
Stv. Geschäftsführer KMU Zentrum
Tel. +423 265 12 75
michael.pock@kmu-zentrum.li
Michael Pock arbeitet als Projektleiter für Wissens- und Technologietransfer am KMU Zentrum Leichtenstein. Das KMU Zentrum begleitet kleine und mittlere Unternehmungen im Laufe ihrer Entwicklung - beim Start, beim Wachstum und bei grundlegenden Veränderungen, beispielsweise bei der Unternehmensachfolge.
Hier eine interessante Idee (via “Kurze Prozesse” zu kaufen bei “HandsOn Modelling“):
Dabei kann man sich einiges an Moderationsmaterial sparen, zum Wohle des Umweltschutzes.
Michael Riedel hat sich in seiner Diplomarbeit neben den “Erfolgsfaktoren für die Einführung von Prozessmanagement” mit der Frage beschäftigt, ob die Einführung von Prozessmanagement zu einem Wandel 2. Ordnung führt? Was ist den eigentlich ein Wandel 2. Ordnung? Hierzu ein kurzer Überblick über die Charakteristika von Wandel unterschiedlichen Ausmaßes:
Hier die erarbeiteten Schlussfolgerungen:
Michael Riedel hat sich in seiner Diplomarbeit mit dem “Wandel durch Einführung von Prozessmanagement” beschäftigt. Dabei werden Erfolgsfaktoren für eine erfolgreiche Einführung von Prozessmanagement diskutiert. Hier die zentralen Faktoren auf den Punkt gebracht:
Nun werden hier keine Zauberdinge beschrieben, dennoch stellen sich “Vorleben - Einbeziehen - Begleiten” in der Praxis nicht besonders einfach dar.

Karin Kroneder
Karin Kroneder referiert am 5. November an der FH Vorarlberg zu strategischem Projektmanagement in der Softwareentwicklung am Beispiel Siemens PSE.
Abstract
Die Siemens IT Solutions and Services, Programm- und Systementwicklung (SIS PSE) ist ein Software-Dienstleister mit ca. 6000 MitarbeiterInnen weltweit und rund 1000 Projekten pro Jahr. Eine spezielle Herausforderung für ein Software-Unternehmen dieser Größenordnung ist die stabile Balance von strategischem Projektmanagement und operativer PM-Umsetzungskompetenz.
In ihrem Vortrag beleuchtet Kroneder Lösungswege im strategischen Projektmanagement, die in der SIS PSE erfolgreich umgesetzt werden und dazu geführt haben, dass sich das Support Center Projektmanagement seit 1980 vom Projekt Office zum strategischen PM Support entwickelt hat.
Referentin
Dipl. Ing. Karin Kroneder ist Leiterin des Support Center Projektmanagement bei Siemens IT Solutions and Services, Programm und Systementwicklung (SIS PSE). Ihre Interessen umfassen Herausforderungen des Projektmanagements in der Softwareentwicklung. Dazu zählen auch Ansätze aus dem agilen Projektmanagement, Aufwandsschätzung, Projektmetriken und PM- Zertifizierungen.
Factbox
Zeit: Mittwoch, 05. November 2008, 18:00 Uhr
Ort: Fachhochschule Vorarlberg, Dornbirn, Raum W2 06
Kosten: € 30,- / € 10,- für Jahooda-Mitglieder und Studierende
Anmeldung: Mag. (FH) Patrick Fritz
Forschungszentrum Prozess- und Produkt-Engineering
T +43 (0)5572 792-7115
E-Mail patrick.fritz@fhv.at